In den letzten Tagen hat der Kunsthochgenuss bereits in eine kleine bescheidene Hütte in Oberfranken Einzug gehalten. Ich habe es mir nicht nehmen lassen meine Eltern in Verzückung zu versetzen, indem ich die Matthäuspassion in der unvergleichlichen Version von Karl Richter aus dem Jahre 1971 eingespielt habe. 3 Stunden und 17 Minuten selbstverständlich ohne Werbeunterbrechung. Das Leuchten in ihren Augen und die hochgerollten Ohren haben deutlich sichtbar Zeugnis gesprochen.
Und da vielleicht nicht alle aktuell lesenden mehr an meiner Beerdigung teilnehmen können sei gesagt, es wird dort die Alt-Arie No 39 „Erbarme Dich“ gesungen von Julia Hamari zur Aufführung gebracht. Daher die Optionalität dem Ereignis musikalisch schon jetzt beiwohnen zu könnnen.
Hier ist eines jener Beispiele von Kunst zu erheischen, wenn ein Künstler seine Rolle nicht nur spielt sondern Inhalt Form und Künstler zu einem einzigen Gesamtkunstwerk verschmelzen. Einzigartig, ein analoger Kunstmonolith.
Die Violine wird übrigens von Otto Büchner gespielt.