Sodele, ratz fatz sind 4 Wochen vergangen. Ja, ich habe keine Beiträge während der Reise verfasst. Dieses Geschreibsel auf dem Smartphone wird nie mein Ding werden. Einen Beitrag mit dem Titel „Von 4 Sternen auf 0,4“ habe ich begonnen, aber entnervt aufgegeben, als ich für einige Zeilen gefühlte Endlosschleifen auf der Minitastatur gedreht habe.
Das letzte und eigentlich auch unangenehmste Geschehen zuerst:
Nachdem ich am Sonntag den 15.12.2013 wieder heimische Gefilde erreicht hatte, habe ich nach längerer Zeit auch meine Kontobewegungen und Abrechnungen über die Kreditkarte begutachtet.
Überrascht stellte ich fest, dass ich eine Übernachtung im Aana Resort auf Koh Chang in Rechnung (Kreditkarte) gestellt bekam, die ich dort bereits bar bezahlt hatte.
Ich weilte im Aana Resort 4 Nächte, wobei ich dafür zwei verschiedene Buchungen tätigte. Eine Buchung für die ersten 3 Nächte mit Agoda, die ich vorab mit meiner Kreditkarte bezahlte. Eine weitere für die letzte Nacht mit Booking.com, für die ich lediglich die Reservierung vornahm und vor Ort bezahlen musste.
Beim Check-Inn verlangte man zur Absicherung meine Kreditkarte. Dies ist nicht unüblich und wird gemacht, um eine Sicherheit des Hotels zu erlangen im Falle der Gast macht sich ohne zu zahlen aus dem Staub oder er demoliert das Mobiliar etc..
Ich fragte gleich nach der Bezahlung für die eine Nacht und man sagte mir, ich könne beim Check-Out zahlen. Somit war für mich klar, Barzahlung am Tag der Abreise. Definitiv kein Hinweis auf eine Abrechnung über meine ausgehändigte Kreditkarte.
Am Tag der Abreise habe ich mir im Zimmer noch das Geld in Hosentasche gesteckt welches ich zu zahlen hatte. Die Rechnung belief sich auf 3500 Baht für das Zimmer und ein Bier aus der Minibar für 50 Baht.
Ich ging zur Rezeption, dort legte die Dame mir einen handschriftlichen Zettel mit der Summe in Höhe von 3550 Baht vor. Dies war exakt der Betrag den ich vorher selbst errechnet hatte. Also übergab ich 4000 Baht und erhielt 450 Baht in bar retour. Alles war erledigt. Es wartete schon mein Minibus und ab ging es.
Tja, die böse Überraschung kam eben erst als ich zu Hause die Abbuchung eben jener 3500 Baht per Kreditkarte bemerkte. Konnte nur ein Versehen des Hotels sein, so mein Gedanke. Also eine Email verfasst und um Überprüfung gebeten.
Antwort des Hotels war, sie hätten nur 50 Baht in bar erhalten für das Bier. Ich sollte doch die Rechnung oder einen Beleg über die gezahlten 3500 Baht vorlegen. Da kam ich ins Grübeln. Und mir wurde schnell klar, ich habe nie einen solchen Beleg erhalten. Für mich wie wohl viele andere sind dies Papiere einfach nicht wichtig, wenn man sie erhält wirft man sie meistens kurze Zeit später ohnehin in den Papierkorb und sammelt nicht alles, zumal nicht auf einer längeren Reise. Genau deshalb habe ich natürlich nicht auf einem Zahlungsbeleg bestanden. Für mich war es mit der Barzahlung erledigt.
Um es auf den Punkt zu bringen: ich wurde von der Dame an der Rezeption schlicht betrogen. Denn was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, wohl aber die Dame an der Rezeption: das Zimmer war längst über die Kreditkarte abgerechnet und bezahlt. Insofern entsteht dem Hotel keinerlei Schaden. Wie sollte ich ohne Zeugen (und ich war allein) und ohne Beleg nachweisen können 3550 Baht und nicht nur 50 Baht bezahlt zu haben?
Für mich erschien der Gedanke an einen Betrug in einem 4 Sterne Hotel undenkbar. Aber man muss die 3500 Baht in Relation zum Gehalt und damit zum Lockpotential einer solchen Tat sehen. Das Gehalt einer solchen Dame an der Hotelrezeption dürfte bei 7000-10000 Baht liegen. Insofern ist der Betrag von 3500 baht enorm viel für eine solche Person.
Die Frage die mir jetzt gestellt werden könnte lautet: ja, aber was wenn ich entweder doch mein Konto online bereits gecheckt hätte und gewusst hätte dass das Zimmer abgerechnet ist bzw. wenn ich nach einer offiziellen Hotelrechnung gefragt hätte. Ja, dann hätte die Dame vermutlich etwas rumgekruscht, mit einem Lächeln…sorry…no need pay room…already payed…zu mir gesagt und sich innerlich gesagt, Mist, Betrugsversuch hat nicht geklappt, aber ich habe schließlich einige Versuche jeden Tag und wenn nur ein Versuch pro Woche klappt ist das völlig genug. Es ist praktisch ein Spiel mit mehreren Versuchen bei jedem Check-Out. Irgendwann klappt es, wie bei mir eben.
Ich bin stark davon überzeugt, die Dame hat noch nich lange dort gearbeitet und wäre nach einigen derartigen Deals sicher bald von dort wieder weitergezogen. Kann ich aber natürlich nicht belegen.
Jedenfalls habe ich nach der ersten Email nicht locker gelassen. Faktisch ist dies eine klassische Aussage gegen Aussage Situation. Insofern wird wohl die Dame auf Nachfrage des dann eingeschalteten Resident Managers des Hotels wohl erstmal auf ihrer Version bestanden haben. Ihr war schließlich klar, ich würde keine Beweise vorbringen können.
Ich habe dann in einer dritten sehr ausführlichen Email an den Resident Manager nochmals alles geschildert inkl. eines Hinweises den Vorgang ggf. in entsprechenden Reiseforen zu veröffentlichen. Was sicherlich dem Renomee einen 4Sterne Hauses nicht gut tun würde. Aber mir letztlich egal sein kann, denn ich habe die Geschichte so erlebt.
Offenkundig muss es dann intern dort geraucht haben, denn Stunden später hat der Manager sich per Email bei mir entschuldigt und faktisch meiner Version der Geschichte glauben geschenkt und mir zugesichert, denn ergaunerten Betrag per Kreditkartendaten zurück zu überweisen.
Nun hoffe ich er Fall nimmt dann letztlich doch noch ein gutes Ende. 3500 Baht entsprechen 80 Euro, nur so zur Einschätzung.
Es ist doch immer wieder erstaunlich, was selbst mir nach Jahrzehnten Reisen um die Welt noch passieren kann, womit ich nie nie nie gerechnet hätte.