Mit solchen Schlagzeilen generiert man Traffic. Lüstern und gierig wartet der Leser jetzt auf eine Pornstyle Geschichte und wird doch nur bitter enttäuscht.
Es geht faktisch um 4 junge Damen, die sich am Samstag redlich um mich bemüht haben. Soweit so unklar.
Mir wird aufgenötigt, meinen alten Fahrlappen aufzupeppen. Theoretisch möglich ist es, den Vorgang online abzuwickeln. Aber dazu bedarf es eines einer Online Identifikation die mittels Ausweis App auf dem PC und dem Smartphone funktioniert. Aber eben nicht wie bei mir. Der Chip im Reisepass muss mittels NFC Chip im Smartphone gescannt werden. Das funktioniert theoretisch so
aber praktisch eben nicht, was außer einer Blutdrucksteigerung bei mir zu nichts geführt hat.
So jedenfalls wird das nix mit der Digitalisierung von Behördenvorgängen in Deutschland.
Also zurück zum Lappen. Dazu brauche ich traditionell Passbilder. Um an diese gelangen bin ich Samstag in Forchheim in die von MOM empfohlene DM Filiale in der Bayreuther Str. marschiert.
Souverän die sonstigen Verkaufsstände umkurvend bin ich zum offenherzig gestalteten Passbildstand gekommen. Von Diskretion mit Separee die ich erwartet hatte war keine Rede. So blossgestellt war sofort klar, auf den pinken Lippenstift als Ken Double müsste ich zwangsläufig verzichten. Glücklicherweise war ein junger Mann bereits in der Mache, daher konnte ich den Vorgang bereits einstudieren. Eine semi-attraktive junge Dame versuchte ihr bestes aus dem technischen Equipement und dem vorhandenen Optikgeber (umgangssprachlich auch Kunde genannt) ein Passbild-Duo zu gestalten, was den Anforderungen genüge tut. Es gelang nicht.
Eine weitere ebenfalls teilzeit-attraktive Dame die offenkundig eine zündende Idee hatte wurde hinzugezogen. Ihr kam die Idee, dass der Blitz weder blitzgescheit noch hell genug war um eine wie auch immer gestaltete Erleuchtung herbeizuführen. Flugs wurden die Batterien ausgebaut und eine 4 Zoll starke Stromleitung ins benachbarte Fitnessstudio gelegt, wo 14 Jan Ulrich Nachahmer auf Ihren Pedalgurken die Kubeln mit Ihren 18 Zöller Oberschenkeln so zum glühen brachten, dass die Verlustleistung locker dazu reichte um den Bub in ein Blitzlichtgewitter zu versetzten, das Martin Luther in seiner schlimmsten Nacht am 02. Juli 1505 bei Stotternheim nicht erlebt hat.
So zum Erfolg geführt verlies der Bub den schmalen Schleudersitz um ihn mir zu überlassen. Mit einem gekonnten Feldaufschwung mit halber Grätsche gelang ich mühelos auf das rückenlose Gestühl. Es begann des Dramas erster Akt. Erst musste ich immer auf einen Punkt sehen, so jedenfalls war die rudimentäre Anweisung. Immer wieder sagte die enttäuschte Kameramaid, irgendwas stimmte nicht. Ich stellte dann komischerweise selbst fest, dass die Kamera Masern hatte, den ich sah nun einen zweiten Punkt an anderer Stelle. Flexibel wie man als Oldie sein muss sah ich nun stieräugig den zweiten Punkt an, natürlich dem Kameramädchen nichts über den vermeintlichen Fauxpas sagend. Sie war wirklich bemüht und bemüht, aber das Stakkato des Blitzlichtgewitters nebst dem manigfaltigen Knöpfchendrücken schien irgendwie nicht zu fruchten. Also musste Nachschub an Fachpersonal herangeschafft werden und es folgte des Dramas zweiter Akt. Glücklicherweise scheint der Vorrat an DM unumgemünzten Verkaufsexpertinnen nahzu unerschöpflich, weshalb Nummer 3 nun ihr Glück versuchte.
Ihr Zeugnis wird sicher das redliche Bemühen würdigen, aber ihre Aus- bzw. Ansage war, ich würde nicht in die Kamera sehen. Meine Erwiderung darauf, dass ich ggf. schon auf ihren knackigen Hintern sehen würde, die Frontperspektive dies aber verhindert und ich so dies als Option nichtmal in Erwägung gezogen habe fruchtete nicht. Auch mein Hinweis, das ich eigentlich auch nicht wie Clarence der Löwe schiegeln wurde fand nicht die gewünschte Akzeptanz. Sowohl der Teleskopstuhl wurde rauf und runtergefahren als auch die Kamera. Nichts half.
Bevor die Maid nun ihre Tagesprovision an Umsatzbeteiligung gänzlich schwinden sah brach sie die Session ab. Mit dem offiziellen Verweis, die intelligente Kamera hätte mir ihr gesprochen und ihr geflüstert, sie sei derzeit unpässlich und müsste neu justiert werden.
Das ist diplomatisch und nett, aber als kritikerprobter Proband aller Lebenslagen und Lebenslügen war mir klar, das ist nur ein Euphemismus und auf dem Digitaldisplay stand tatsächlich folgendes: „Person zu hässlich“. Sofort erinnerte ich mich an die Szene in Full Metal Jacket mit Drill-Instructor-Gunnery Sergeant Hartman, als er Privat Paula zuschnautzte „Sie sind so hässlich, sie könnten glatt ein modernes Kunstwerk sein“.
Da aber aufgegeben keine Option war startete ich Nachmittags einen weiteren Angriff. Zur Verstärkung nahm ich dieses mal allerdings Mom nebst Nudelholz und Teppichklopfer mit, um hinter der Kamera für die gebührende Drohkulisse zu sorgen. Es ging zur DM Filiale in der Bamberger Str. beim Central.
Das Prozedere schon gut in die Gelenke eingelötet wurde der Versuchsballon ein weiteres Mal gezündet. Auch hier bedurfte es mehrerer Versuche und nur die Präsenz von Mom hinter der Kamera und mein blitzschnelles anketten an den abgespeckten Treppenlift mit dem Hinweis den Laden nicht mehr ohne Passbild zu verlassen führten letztlich zum gewünschten Erfolg. Um 7,95 Euro erleichtert und mit einer ganzen Batterie an Passbildern bewaffnet verliessen wir den Festsaal der Passbildkunst.