25 Jahre Tschernobyl

Exakt auf den Tag genau heute ist der Reaktorunfall in Tschernobyl ein viertel Jahrhundert her.

Ich weiss nicht mehr genau wie und wann ich es damals durch die Medien erfuhr. Ein paar Tage später war der erste Mai. Und meine Eltern wollten mich daran hindern eine Radtour in die Fränkische Schweiz zu unternehmen. Radioaktive Strahlung und so. Letztlich setzte ich mich durch und fuhr.

Damals wusste niemand genau über radioaktive Strahlung, Geigerzähler oder Bequerel bescheid. Dieses Wissen wurde erst danach so langsam verbreitet. Ich erinnere mich noch wie sich ein Onkel von mir in die Thematik vertiefte und einarbeitete und dies auch artikulierte (Grüsse nach CH).

Letztlich hat mich das Ereignis dahingehend geprägt, dass ich Atomkraftgegner geworden bin und es bis heute bin. Nun auch wie bereits gebloggt, mit einer atomstromfreien Hütte ab 01.06.2011.

Letztlich sind die Folgen bis heute sichtbar und nachweisbar. Und das nicht nur in der unmittelbaren Umgebung des havarierten Reaktors. Bis heute sind bestimmte Pilze und Wildschweine, besonders im Süden Deutschlands hochbelastet. Die Folgen sind eben keine Fragen von kurzer Frist, sondern sind weit generationsübergreifend. Und niemand vermag vorherzusagen, wann die Folgen des Unfalls nicht mehr sichtbar, spürbar und messbar sein werden.

Bezüglich der Anzahl der Toten und der entstandenen Kosten gibt es sehr unterschiedliche Angaben. WHO Angaben sprechen von ca. 15000 Toten, Atomkraftgegner sprechen von bis zu 100000 Toten.

Die geschätzen Kosten dürften vermutlich einige hundert Milliarden betragen, je nachdem welche Faktoren berücksichtigt werden. Die Gesamtkosten lassen sich schon deshalb nicht benennen, weil wie bekannt, der Reaktor immer noch immense Kosten laufend verschlingt. Aktuell muss wieder ein neuer Sarkophag für einen Milliardenbetrag gebaut werden.

Hier ein interessanter Link zu einer Spiegel Ausgabe des Jahres 1990 mit einer Kostenschätzung:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497470.html

Hier noch ein Bericht über einen der Liquidatoren, die zur Sicherung des Reaktors quasi „verheizt“ wurden, es ist der Mann der nicht mehr weinen kann:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/sz-serie-die-gruene-frage-der-mann-der-nicht-mehr-weinen-kann-1.1083616

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. ich kann mich noch gut erinnern, daß damals alles an Gemüsedosen etc. aufgekauft wurde, denn in diesem Jahr haben wir kein eigenes Gemüse und Salat im Garten angebaut.

  2. Es gab auch Personen, die Milchpulver im Tonnagenmaßstab in ihren Kellerräumen eingelagert haben. Vermutlich bis heute?

Schreibe einen Kommentar