09. August 1943

Nur wenige Menschen verbinden dieses Datum mit einem Ereignis.

Es ist der Todestag von Franz Jägerstätter, der in der Justizvollzugsanstalt in Brandenburg/Havel umgebracht wurde.

Bereits zwei Blogbeiträge habe ich in diesen Kontext gestellt, beide handeln von Terrence Malicks Film den er über das Leben von Franz Jägerstätter gemacht hat:

In eindrucksvollen Bildern, kontemplativer Montage und einer lebendigen Inszenierung zeigt uns Terrence Malick die Geschichte von Franz Jägerstätter. Eindrucksvoll und berührend, wird uns sein Leid, das Leid seiner Frau und seiner Kinder vor Augen geführt, ohne aus den Augen zu verlieren, warum sich dieser bemerkenswerte Mann beziehungsweise diese bemerkenswerte Familie in solcher einer Lage verhalten haben wie sie es taten. Wenn Schlachtfelder Kornfeldern weichen, wir statt Schützengräben auf Almen liegen und das Hakenkreuz nur ab und zu im Hintergrund aufflattert, dann wird es deutlich wie viel mehr es noch über diese Zeit zu erzählen gibt, wie viele Facetten und Menschen es noch zu beleuchten gilt. Für diesen Film bleibt nur übrig zu sagen, dass Malick ein Meisterwerk kreiert hat, welches berührt und einen noch für Stunden fesselt. Hier werden die Berge zu dem Sinnbild von Jägerstätters stillen Opfer: stumm und unbeugsam stehen sie da, erst wenn man sich mal näher mit ihnen beschäftigt und sich dessen bewusst wird, was sie alles ausgehalten haben, wird einem ihre monumentale Größe erst bewusst.

Gestern Abend war es nun soweit und ein weiteres Mal habe ich den Film gesehen. Und weil ich keine besseren Worte als diejenigen die mir nach der Erstbeschau einfallen, finde zitiere ich mich selbst:

„Wenn ich jedem nur noch einen einzigen Film in diesem Leben empfehlen müsste zu sehen, dann diesen hier. Ein Monument.

Ich kann mich an keinen einzigen Film in den letzten Jahren oder ein sonstiges Ereignis erinnern, was mich derart emotional berührt hat. Er hat Szenen einer verstörenden Schönheit, wilder unberührter Berglandschaften zusammengemischt mit innigen privaten kleinen Glückmomenten. Und es gibt Szenen wie die Abschiedszene der beiden Eheleute im Wehrmachtuntersuchungsgefängnis in Berlin Tegel die so aufwühlend sind, dass Worte dafür nicht ausreichen.“

Ergänzende Informationen und eine historische Einordnung können im folgenden Video gewonnen werden:

Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.